S steht für Style

„Lenny, könntest du bitte wenigstens auf der schwarzen Piste etwas zivilisierter fahren und nicht über jeden Hügel einen 180er springen?“ „Aber Mum, S bei einer schwarzen Piste steht für Style!“ Nach einer Woche Snowboarden im Zillertal hab ich Muskelkater … dank meines Personaltrainers. Der ist 8!

Muskelkater, wie unangenehm. Hatte ich ewig nicht mehr. Aber durch die einseitige Bewegung beim Snowboarden spüre ich meine ganze linke Rückenmuskulatur und meine Beine haben sich auch schon mal leichter angefühlt. Was jetzt? Dehnen? Faszienrolle? Yoga? Fürs Wohlbefinden ja, gegen den Muskelkater hilft es nicht. So lautet das Ergebnis einer australischen Studie. Die Forscher haben die Ergebnisse mehrerer Studien verglichen und einen Durchschnittswert für den Effekt von Dehnungsübungen ermittelt. Die Auswertung ergab: Ob gedehnt oder nicht – Sportler haben nach dem Sport gleich viel Muskelkater. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie die Übungen unmittelbar vor oder nach dem Sport durchgeführt haben. Der Muskelkater kommt meist einen Tag nach der sportlichen Verausgabung und erreicht seinen Höhepunkt zwei Tage später. Zusätzlich zu den ziehenden Schmerzen kann die Muskulatur verhärten und anschwellen. Die Beschwerden erklärten Fachleute lange Zeit als eine Verkrampfung der Muskulatur und auch Übersäuerung und Ansammlung von Milchsäure. Dehnungsübungen sollten die Blutversorgung der Muskulatur und damit die Sauerstoffversorgung verbessern. Heute geht man davon aus, dass durch die starken Belastungen beim Sport winzige Bestandteile von Muskelfasern reißen. Das führt zu Entzündungen und Nervenreizungen und verursacht die Schmerzen. Dehnen hilft also nicht, was aber hilft sind Massagen. Wer sich wie ein Profisportler nach dem Sport massieren lässt, beugt Entzündungen vor und sorgt für eine schnellere Regeneration erschöpfter Muskelpartien. Warum das so ist, haben Wissenschaftler der McMaster University in Hamilton herausgefunden. Dafür untersuchten sie, wie sich eine Massage auf überbeanspruchte Muskelzellen auswirkt. Sie ließen elf junge, gesunde Männer für jeweils 70 Minuten ein hartes Fitness-Programm absolvieren. Nach einer zehnminütigen Pause bekamen sie eine ebenfalls zehnminütige Massage am Oberschenkelmuskel – allerdings nur an einer Seite, die andere musste als Vergleich herhalten. Vor der Massage, direkt danach und noch mal zweieinhalb Stunden später entnahmen die Forscher jeweils eine Gewebeprobe aus der Oberschenkelmuskulatur. Das Ergebnis: Die Zellen des massierten Muskels schütteten mehr Aktiv aus, ein Strukturprotein, das für das Gewebegerüst der Zellen zuständig ist. Das Muskelgewebe kann sich also, wenn es massiert wird, schneller erholen und damit Muskelkater vorbeugen. Zudem verhindern Massagen offenbar, dass die Zellen entzündungsfördernde Botenstoffe ausschütten und senken das Entzündungsrisiko. Na dann … ab auf die Massagebank!

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