Der Held in dir

Von der Zehen- bis zur Fingerspitze angespannt. Der Fokus nach vorne, auf das was kommt. In so gut wie jeder Yogastunde wird irgendwann Virabhadrasana II geübt. Die Heldenhaltung oder der Krieger gehört zum Standardrepertoire und gerade deswegen lohnt es sich, die Position genauer anzusehen.

Virabhadrasana II schaut auf den ersten Blick einfach aus, versucht man aber, länger in der Haltung zu bleiben, dann merkt man schnell, wie viel Kraft und Aufmerksamkeit sie erfordert. Umgekehrt stärkt es das Selbstvertrauen, sich dieser Herausforderung zu stellen und die Position mit Stabilität und möglichst viel Leichtigkeit zu halten. Auch ein Krieger muss seinen Fokus vollständig auf den jetzigen Moment und sein unmittelbares Tun richten. Er oder sie setzt seine ganze Kraft für etwas ein, verliert sich aber nicht dabei, denn er handelt aus einer starken Mitte heraus. Genau diese Eigenschaften fordert diese Position. Sie kann nur kraftvoll, stolz und gelassen gehalten werden, wenn sie fokussiert und aus einer starken Mitte heraus kommt. Aus der Anspannung im Bauch folgen die Aufrichtung der Wirbelsäule und die Stabilität in den Hüftgelenken. Beides wird gestützt durch einen stabilen und festen Stand und die Verwurzelung der Füße am Boden. So stellt die Asana im Idealfall einen Helden dar, der Kraft ausstrahlt, aber keine Aggressivität. Eine Figur, die sich ausdehnt und zugleich in ihrer Mitte zentriert bleibt. Die Arme und Beine symbolisieren dabei das Handeln im Außen. Die körperlichen Voraussetzungen für diese Kombination aus Kraft und Leichtigkeit sind Weite in der Brust sowie eine gewisse Flexibilität in Leisten und Hüften. Trotz dieser Mobilität ist der Stand stabil, weder die Knie noch das Becken weichen nach außen aus.

So geht’s:
1. Beginne in Tadasana, der Berghaltung.
2. Bei der nächsten Ausatmung bewege deinen linken Fuß nach hinten und drehe ihn nach außen. Deine Fersen sollten auf einer Linie sein.
3. Drehe deine Hüfte nach links und nehme die Spannung in deinen Oberschenkeln wahr. Das rechte Knie sollte über der rechten Ferse sein.
4. Atme tief ein und hebe deine Arme, so dass sie parallel zu dem Boden sind und über deinen Oberschenkeln schweben.
5. Drehe die Handflächen, damit sie zum Boden zeigen.
6. Öffne die Schulterblätter und die Brust.
7. Drehe das Steißbein und Schambein leicht nach vorne, damit du nicht ins Hohlkreuz kommst.
8. Der Blick gleitet über den Arm, die Hand und den Mittelfinger Richtung Horizont. Das ist dein visueller Fokus während dieser Asana.
9. Atme langsam ein und aus, während du für ca. eine Minute in dieser Position bleibst.
10. Um den Krieger II zu verlassen, strecke bei der nächsten Einatmung dein rechtes Bein. Beim Ausatmen gehen die Arme langsam wieder runter.
Dann wiederholde diese Übung auf der anderen Körperseite.

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