Das fadeste Essen der Welt

Das fadeste, einfachste und bekömmlichste Essen der Welt (Danke Julia für den Tipp) ist definitiv Congee. Congee ist Reisbrei oder auch Reissuppe, die in China und Indien sowohl süß als auch pikant zum Frühstück, als Snack und als Hauptmahlzeit gegessen wird. Durch die lange Kochzeit ist der Reisbrei so leicht verdaulich, dass er durch ein Tuch gepresst in Asien sogar als Muttermilchersatz eingesetzt wird. Gleichzeitig ist Congee ein Gericht mit viel Energie, weil es so lange der Hitze ausgesetzt wird.

Der Reis wird ohne Salz so lange in Wasser gekocht, bis er sich fast vollständig aufgelöst hat. Fertig. Congee nimmt in den fernöstlichen Ernährungslehren wie 5-Elemente-Küche und Ayurveda eine wichtige Rolle ein. Auch für Fastenkuren wird er gern genommen, weil er den Körper und den Verdauungsapparat überhaupt nicht belastet, aber trotzdem essenzielle Nährstoffe enthält. Der Geschmack ist ganz einfach neutral mit einem kleinen Hauch von Basmati-Aroma. Je nachdem womit ihr den Reisbrei pimpt, gebt ihr ihm eine eigene Note. Nüsse und Kompott machen ihn zum Müsli-Ersatz, gedünstetes oder gekochtes Gemüse, Pilze und Sprossen machen ihn herzhaft. Mein Congee kommt heute mit Kokosraspeln, Maulbeeren und Haselnüssen daher. Herrlich warm, nach einem anstrengenden Morgen im Ö3 Weckerstudio. Das gibt Kraft für die zweite Tageshälfte.

So geht’s:
100 g Basmatireis in einem Sieb unter fliessendem Wasser abspülen. Mit 1 Liter Wasser in einem großen, hohen Topf aufsetzen. Aufkochen, dann die Hitze herunterdrehen und den Reis bei kleiner Flamme 3 – 4 Stunden köcheln lassen.

Aufgrund der langen Kochzeit koche ich Congee gleich auf Vorrat. (Doppelte Menge) Der Reisbrei hält sich abgedeckt im Kühlschrank 4 Tage und kann bei Bedarf einfach portionsweise erhitzt werden.

Wirkung nach TCM:
Das Congee gibt durch die lange Kochzeit viel Energie, belastet den Organismus dabei überhaupt nicht. Das bedeutet in erster Linie, es hilft Qi aufzubauen. Durch die breiige, suppige Konsistenz ist es außerdem gut für die Körpersäfte. Und je nach Reis kommen noch andere Wirkungen dazu:

Rundkornreis (Elemente Erde und Metall, thermisch neutral) unterstützt die Mitte, stützt das Qi, harmonisiert den Magen und kräftigt die Milz. Gut bei Magen-Yin-Mangel, trockenem Mund, Durst, schwachem Appetit und Durchfall.

Langkornreis (Elemente Erde und Metall, thermisch neutral) wirkt etwas wärmer als der Rundkornreis und wärmt dadurch die Mitte, stützt das Qi und den Magen und transformiert Schleim. Basmati gehört zum Langkornreis und ist besonders bekömmlich.

Süßreis/Klebreis (Element Erde, thermisch warm) stärkt und wärmt die Mitte, stützt das Qi der Lunge und festigt den Stuhl. Er wirkt ein bisschen adstringierend (zusammenziehend), was bei verstärktem Harndrang oder spontanen Schweißausbrüchen helfen kann. Dafür ist er bei einer schwachen Mitte, zu viel Feuchtigkeit und Verstopfung nicht geeignet. Generell macht er Congees aber schon sehr cremig.

Beim Vollkornreis bleiben die Mineralstoffe und Vitamine natürlich in vollem Umfang erhalten. Beim weißen Reis geht durch das Schälen schon sehr viel verloren. Dennoch haben beide Arten in der chinesischen Diätetik ihre Berechtigung und kommen zu unterschiedlichen Zeiten zum Einsatz. Denn weißer Reis ist viel einfacher verdaulich, also zB. auch bei Magen- oder Darmproblematiken viel bekömmlicher.

Ein Gedanke zu „Das fadeste Essen der Welt

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s