Ein „Tape“-Kunstwerk

Mein Daumen ist doch schlimmer verletzt als gedacht. Im Krankenhaus habe ich eine Schiene für 3 Wochen verpasst bekommen, weil am Knochen ein Stückchen abgesplittert ist, und von meiner Freundin Julia (der besten Heilmasseurin der Welt 😉 ) ein Tape-Kunstwerk. Denn der Daumen ist auch blau und richtig dick angeschwollen. Ich habe mir mal angesehen, was so ein Kinesio-Tape bringt.

Bei jedem Fußballmatch, bei jeder Laufveranstaltungen, ja selbst in meinen Yogaklassen sehe ich immer wieder bunte Tapes aufleuchten. Den Trend hat David Beckham vor einigen Jahren ausgelöst. Nach seinem letzten Spiel für Real Madrid hat er sich sein Trikots ausgezogen und die Zuschauer haben nicht nur sein schulterbreites Tattoo auf seinem Rücken zu sehen bekommen, sondern auch ein paar pinkfarbene Pflasterstreifen. Mittlerweile sind die aus der japanischen Heilkunde stammenden Tapes, die Beckham von seinen Rückenschmerzen befreien sollten, längst nicht mehr nur im Spitzensport, sondern auch in der alltäglichen physiotherapeutischen Praxis angekommen, denn mit dem Kinesiologie-Tape lassen sich schmerzhafte Erkrankungen des Muskel, Sehnen- und Skelettapperates therapieren. Vor etwa 30 Jahren hat der japanische Chiropraktiker Kenzo Kase dieses spezielle Pflaster entwickelt. Hochelastisch, atmungsaktiv und hautfreundlich. Wie eine zweite Haut dehnt es sich aus und zieht sich wieder zusammen, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken. Dabei wirkt es schmerzlindernd und stoffwechselanregend. So die Theorie, die zwar nicht wissenschaftlich, aber durch praktische Erfahrung belegt scheint. Herkömmliche Pflaster waren starr und stabilisierten ein verletztes Gelenk nur passiv. Folge: Durch die Entlastung bildeten sich nicht beanspruchte Muskeln zurück, mussten später wieder aufgebaut werden. Ausserdem konnten Stauungen im venösen Blut- und im Lymphsystem auftreten. Das verzögerte die Heilung. Bei einer Prellung etwa konnte sich das Gewebe entzünden, anschwellen und schmerzen. Durch das elastische Tape aber wird die Haut bei jeder Bewegung ganz sanft geliftet und massiert, so werden Lymph- und Blutfluss angeregt. Und so soll auch die Schwellung an meinem Daumen schneller zurückgehen und die Entzündung schneller abklingen. Das Pflaster reguliert auch den Muskeltonus und stützt das Gelenk. Prinzipiell kann man fast den ganzen Körper tapen. Knie-, Sprung- und Schultergelenke, verspannter Rücken und Nacken, Tennis- und Golferarme und auch Sehnenscheidenentzündungen lassen sich besonders gut behandeln. Bei stumpfen Verletzungen wie einem Muskelfaserriss ist das Tape anderen konventionellen Verfahren angeblich sogar überlegen. Mittlerweile gibt es sogar in Diskontsupermärkten Tapes zur Selbstanwendung. Ob das so gut klappt, ich weiss nicht. Ich glaube, gerade wenn es um die Gesundheit geht, sollte man auf Profis setzen. Meine Freundin Julia meint übrigens, die Farbe der Tapes ist rein psychologisch. Rosa und rot stehen für anregend, blau für beruhigend. Mein schwarzes Kunstwerk hat mich auf eine großartige Idee gebracht: Ich könnte den Lifeball heuer so moderieren. Statt einem Kleid lasse ich mich von Julia von oben bis unten tapen. Das wird sicher toll!

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