Test: Ashtanga mit Rosi

Dieses Studio im 18. Bezirk ist anders. In den letzten Jahren sind viele neue Yogastudios vor allem im 7., 6. und 1. Bezirk gegründet worden. Stylische, schöne Studios in denen moderenes, sehr körperbetontes, kraftvolles Yoga unterrichtet wird. Ashtanga Vienna in der Herbeckstraße im 18. Bezirk geht tiefer. Hier wird klassisches, spirituelles Yoga unterrichtet. Eine willkommene Abwechslung für mich und nach 10 Tagen Schnupfen und Stress genau richtig, um mich wunderbar zu fordern und zu entspannen.

Schon 1999 gegründet von Rosi Wagner kümmert sich ein Team aus vier YogalehrerInnen, liebevollst um die Schüler und das Zentrum, das verträumt im Innenhof liegt. Seit fast 20 Jahren unterrichtet sie selbst fast jeden Tag. Wieviel Liebe und Leidenschaft zu Yoga und zu den Menschen muss man da wohl mitbringen. Ich probiere eine geführte Morgeneinheit aus. Es schneit, im Übungsraum ist es kuschelig warm, die Stimmung im Studio ist ruhig und sehr konzentriert. Rosi schreibt auf ihrer Seite: „Das Zentrum dient der Unterstützung des Einzelnen auf seinem Lebensweg. Körperlich zur Erhaltung bzw. Wiedererlangung körperlicher Gesundheit. Mental zur Unterstützung und Förderung des Bewusstseins. Seelisch, um den eigenen Selbstwert zu stärken und die besonderen Qualitäten und Begabungen des Einzelnen zu erkennen und zu fördern. Das Zentrum möge für jeden Einzelnen ein Ort sein, um Kraft zu tanken, ihn auf der Suche nach seinen Qualitäten und Begabungen zu unterstützen und liebevoll auf seinem Lebensweg zu begleiten.“ Hier kennt jeder jeden. Rosi weiss genau wer woran arbeitet, wo es Beeinträchtigungen und wo Möglichkeiten gibt. Sie hilft, leitet an und führt mit grosser Routine und trotzdem sehr persönlich durch die Klasse. An den Ashtanga Serien kann man denke ich sein Leben lang arbeiten, egal auf welchem Level man gerade Yoga praktiziert. Ashtanga Yoga, ist eine Abfolge von Körperstellungen, die durch dynamische und kraftvolle Bewegungselemente miteinander verbunden werden. Ashtanga zeichnet sich durch eine tiefe, spezielle Atemtechnik aus, der sogenannten Ujjayi Atmung, die sich durch alle Übungen zieht. Die Atmung wird hörbar gemacht, um Aufmerksamkeit und Konzentration zu steigern. Durch Dynamik und Atemtechnik erreicht man eine optimale Erhitzung des Körpers, die hilft den Körper zu dehnen, reinigen und Sauerstoff in jede einzelne Zelle zu bringen. Ashtanga Yoga stammt aus Indien. Es ist eine uralte Form des Yoga – man vermutet ein Alter von 1500 Jahren – die in den dreißiger Jahren vom Ahnvater des Ashtanga Pattabhi Jois in der Bibliothek von Kalkutta wieder entdeckt wurde. Viele moderne Formen des Yoga basieren auf Ashtanga Yoga, so auch Bryan Kest’s Power Yoga, das ich ja selbst unterrichte. Ashtanga bedeutet achtgliedriger Pfad. Der beinhaltet neben dem Üben von Körperpositionen, den sogenannten Asanas, auch Verhaltensweisen der Umwelt und den Mitmenschen gegenüber, wie Wahrheitsliebe, Gewaltlosigkeit etc., Verhaltensweisen sich selbst gegenüber, wie Selbstdisziplin, Reinigungsübungen etc., weiters Atemübungen, Rückzug der Sinne, Konzentration, Meditation und zu guter Letzt, als achter Pfad, Samadhi, den Sinneszustand von Einheit. Ashtanga Yoga ist prinzipiell für jeden geeignet, der sich von den Inhalten angezogen fühlt, wobei natürlich auf Verletzungen akuter oder chronischer Art Rücksicht genommen werden muss. In seiner Endausführung ist Ashtanga Yoga eine sehr dynamische und kraftvolle Form des Yoga. Jedoch kann und sollte das Maß der Dynamik auf individuelle Bedürfnisse angepasst werden. Bewegung ist für jede Form von Krankheitssymptomen essentiell zur Regenerierung. Nach 90 Minuten bin ich ausgepowert und wunderbar entspannt. Beim abschließenden Savasana singt Rosi „the rose“ von Bette Midler. Das war einfach nur schön. 90 Minuten Kurzurlaub im verschneiten Wien. Mit einem Lächeln und grosser Dankbarkeit verlasse ich das Studio und ja – ich komme fix wieder!

https://www.ashtangavienna.at

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