Yoga mit Fräulein Rottenmeier

Das war nix! Meine Emotionen nach dieser Yogaklasse in „schöne“ Worte zu fassen, ist echt nicht leicht. Ich habe nach zwei sehr stressigen Wochen einen Tag frei. Es ist eisig und bewölkt. Also beschließe ich meine Seele zu wärmen und besuche mit meiner Freundin Julia Baliyoga im 4. Bezirk in Wien.

Hier war ich noch nie, aber der Name verspricht meinem aktuen Fernweh gerecht zu werden. Am Stundenplan steht Gentle Hatha Yoga: „eine offene langsame Stunde des Hatha Yoga mit Fokus auf Atmung und Ausrichtung des Körpers um Kraft, Ausdauer und Gleichgewicht zu stärken. Hatha Yoga in diesem Sinne heißt, dass jede Position (Asana) separat mit sorgfältiger Erklärung in einer intelligent ausgesuchten Sequenz langsam und hintereinander ausgeführt wird, mit Bedacht auf Ausrichtung und Atmung.“ Perfekt, mir ist nicht nach auspowern. Ich möchte mich entspannen und an einzelnen Positionen arbeiten. Das Studio in einem Souterrain im 4. Bezirk ist liebevoll mit Urlaubsouveniers aus Bali dekoriert. Schön. Aber dann beginnt die Klasse. Die Yogalehrerin erinnert mich stark an Fräulein Rottenmeier aus Heidi. Nur ist sie etwas in die Jahre gekommen. Nichts gegen erfahrene Yogalehrer und auch nichts gegen genaue oder strenge. Gerade wenn man viel Yoga praktiziert, ist es wichtig in der Ausrichtung korrigiert zu werden, aber „das will ich so nicht“, hat im Vokabular einer guten Yogalehrerin nichts verloren. Genausowenig wie „das machen wir so nicht“ oder „das dürft ihr machen“. Yoga soll Spass machen, ein Spiel mit dem Körper sein, uns kräftigen und entspannen und uns Stabilität, Leichtigkeit und vor allem Glücksgefühle schenken. Nach diesen 90 Minuten mit Fräulein Rottenmeier, in denen ich mich nicht bewegen „durfte“, habe ich gefroren, nichts gelernt (viele anaotomische Bezeichnungen waren einfach falsch) und mich nicht erholt, stattdessen hat sie den Rebell in mir geweckt. Ich würde mir am liebsten wie mit 17 ein Packerl Zigaretten und ein Sechsertragerl Bier kaufen und mich am Schwarzenbergplatz beim Hochstrahlbrunnen mit Julia (die nur noch lacht) zuknallen. Leider ist es zu früh und zu kalt und ich rauche und trinke ja gar nicht. „Herzlich willkommen an alle Neuen und Alten“ hat sie am Anfang der Stunde gesagt. Ich hoffe, ich werde nie so alt, dass ich mich nur noch so bewegen kann. Wäre das die erste Yogastunde meines Lebens gewesen, ich hätte es kein zweites Mal ausprobiert. 

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