Flieg, Krähe, flieg

Es geht um Leichtigkeit, Geschick und Kraft. Und um Raffinesse, denn wenn man die Knochen einmal gestapelt hat, fliegt die Krähe fast von allein. Kakasana kräftigt die Armmuskulatur und den Bauch, dehnt den unteren Rücken und massiert die Organe im Bauchbereich. Die Krähe ist für viele eine „Angst-Position“, ein richtiger Kraftakt, aber der glückliche Grinser, wenn meine Yogaschüler zum ersten Mal „fliegen“ ist kaum zu übertreffen. Es geht also vor allem auch darum, so eine Armbalance zu schaffen, über seine Grenzen zu gehen, die Schwerkraft zu besiegen und scheinbar unmögliches hinzubekommen.

Die Krähe oder Kakasana wird am einfachsten aus der Hocke geübt. Erst die Hände schulterbreit auf die Matte aufsetzen und die richtige Auflagefläche für die Knie finden. Je nach Körperbau und Beweglichkeit liegen die irgendwo auf den Rückseiten der Oberarme bis hin zur Achselhöhle auf. Das ist schon für manche die erste Schwelle, die es zu überwinden gilt, denn das tut – sobald sich die Knie in die Arme bohren – weh. Oft werde ich gefragt, ob das irgendwann mal weniger wird. Ja, wird es, vor allem wenn man seinen Sweet Spot gefunden hat. Einen Punkt auf den Oberarmen, von dem aus das Abheben viel leichter erscheint. Die nächste Hürde entsteht aber trotzdem natürlich, sobald das Gewicht auf die Hände übertragen wird, um irgendwann die Füße vom Boden abheben zu können. Unsere Handgelenke sind es nicht gewohnt, so viel zu tragen. Auch das ist Übungssache. Wichtig aber natürlich, Handgelenke gut aufwärmen und immer wieder dehnen und stärken. Um aus der Krähe am Boden in das Schweben der Füße zu gelangen, bedarf es ganz viel CORE, kurz gesagt: Bauchkraft und genug Beweglichkeit in den Hüften. Wichtig: Hocke üben und Bauchübungen in den täglichen Trainingsablauf einbauen. Ein ganz wichtiger Faktor, der viele davon abhält sich dieser Armbalance überhaupt zu stellen, ist aber natürlich die Angst. Der Horrorvorstellung auf das Gesicht zu fallen, muss man ganz einfach ins Auge sehen. Die gute Nachricht ist diese Angst schützt uns vor Verletzungen und wir sollten auf jeden Fall auf sie hören! Allerdings verstecken wir uns auch gerne mal hinter solchen Ängsten. Je mehr Selbstbewusstsein durch die Kraft in der Körpermitte entsteht, desto geringer wird die Angst. Also beim Üben Zuhause einen großen Polster unter das Gesicht legen und los geht es! Übung macht die Krähe!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s